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Mittwoch, 8. Juli 2015

Warum ich hier nicht mehr schreibe

Mehr als ein Jahr habe ich nicht mehr geschrieben.
Mir sind die Mütterthemen irgendwie ausgegangen.
Wie auch immer, ich schreibe wieder, aber nicht auf Mütterwahnsinn, sondern hier:
https://fischleinfischlein.wordpress.com/

Mein Leben ist nicht mehr wie es war.

Donnerstag, 24. April 2014

Mami arbeitet wieder Vollzeit

Ja, jetzt ist es wieder so weit. Sohn ist 11 und Mami geht wieder 40 Stunden arbeiten. Wie kommt das? Zum einen habe ich eine Stelle gefunden, die ich schon immer haben wollte und die - natürlich - nur in Vollzeit ausgeschrieben war. Wie übrigens alle Stellen in der Kommunikationsbranche, die einigermaßen interessant sind. Zum anderen habe ich vor kurzem ein Interview gelesen, in dem eine Geschäftsführerin aus Skandinavien darüber berichtete, wie schnell die Mütter in ihrem Land wieder in Vollzeit einsteigen würden. Begünstigt durch eine gute Betreuungssituation sei dies absolut üblich. Das machte mich nachdenklich. Muss ich auf Teilzeit bestehen nur weil ich ein Kind habe?

Mein Sohn geht auf das Gymnasium, er kommt täglich zwischen 16.30 und 17.00 Uhr nach Hause. Danach hat er manchmal noch Sport, meistens aber muss er sich um seine Hausaufgaben kümmern oder für eine anstehende Arbeit lernen. Er freut sich natürlich, wenn ich zu Hause bin, denn dann erzählt er mir aus der Schule, ich mache ihm ein frühes Abendessen und frage ihn Latein-Vokabeln ab oder lerne mit ihm. Alles sehr entspannt. Aber rechtfertigt das Teilzeit? Was ist mit meiner Rente? Will ich ewig vom Gehalt meines Mannes abhängig sein? Warum darf ich Teilzeit arbeiten, aber mein Mann muss Vollzeit machen?

Meine Mutter arbeitete immer Vollzeit und ich habe mich alleine arrangiert. Diese Zeit habe ich auch nicht schlecht in Erinnerung. Klar wäre es schön gewesen, nach der Schule nicht erst einmal selbst ein Mittagessen kochen zu müssen. Aber das Problem wird Sohn schon mal nicht haben, denn er geht in die Schulmensa essen. Packt ihn nachmittags der Hunger, muss er sich eben ein Brot schmieren oder was vom Bäcker holen. Am Essen wird es nicht scheitern, er wird eher lernen müssen, sich selbst zu organisieren. Aber das macht ihn nur selbständiger.

Lange Rede kurzer Sinn, wir haben mit Sohn gesprochen, ihm von meinem neuen Job erzählt und ihm die Wahl gelassen: Sollen wir eine Kinderfrau engagieren, die täglich zwei Stunden zu uns kommt, bis sein Vater oder ich zu Hause sind oder möchte er lieber alleine sein? Er möchte es alleine versuchen. Und wir lassen ihn. Versuchsweise. Bis zu den Sommerferien werden wir ausprobieren wie es klappt. Und falls wir Zweifel haben engagieren wir einen Babysitter (wie er dieses Wort liebt …).

Dienstag, 25. März 2014

Zensur

Die Pubertät erweist sich gerade als Quell zahlreicher Geschichten. Gerade gestern hatten Sohn und ich wieder … Aber halt. Darüber darf ich nicht schreiben. Denn Sohn liest neuerdings in Mami's Blog. Und was da steht, berührt ja hauptsächlich ihn, manchmal auch seine Freunde. Da hat er wohl ein kleines Mitspracherecht dazu, was im Netz über ihn stehen darf und was nicht.

Wo er recht hat …

Ich unterliege also ab sofort einer Art Zensur. Bestimmte Themen wie Pickel oder sich verändernder Körpergeruch aufgrund von Hormonen, sind ab sofort Tabu für mich. Da kennt er keinen Spaß. "Soll ich mal über Dich schreiben, wie Du morgens aussiehst nach dem Aufstehen?" Nein, das möchte ich nicht. Abgesehen davon, dass es grässlich langweilig wäre. Wen interessieren schon graue Haare, Rückenschmerzen und neue Falten an Stellen, an denen noch nie welche waren? Eben.

Viel spannender ist es doch, die Pubertät noch einmal zu erleben. Diesmal aber als externer Zuschauer und nicht als direkt Betroffener. Ich weiß noch, wie es sich anfühlte als ich das erste Mal so richtig verliebt war. Die Tage an denen ich morgens todtraurig und mittags glückserfüllt war, habe ich auch noch ziemlich gut im Gedächtnis. Hormonelle Schwankungen.

Naja, kommt ja in absehbarer Zeit wieder, Stichwort Menopause. Vielleicht schreibe ich dann einfach darüber.




Mittwoch, 19. März 2014

Vegetarier

Ich weiß nicht wie es anderen Eltern geht, deren Kinder gerade in die Pubertät kommen oder schon mitten drin sind. Unser Sohn macht sich plötzlich Gedanken zu Themen, die ihm vorher total egal waren. Eines dieser Themen ist unser Fleischkonsum. Dazu muss ich sagen, mein Mann liebt Fleisch. Vor allem gegrillt. Aber er liebt auch Eier mit Speck, Burger und Pizza mit Salami. Ich esse wenig Fleisch, es schmeckt mir einfach nicht. Sohn war immer irgendwo in der Mitte.

Seit Montag ist Sohn Vegetarier, d. h. er isst kein Fleisch, Fisch ist allerdings erlaubt. Eine Woche will er ausprobieren, ob er das schafft. Finaler Auslöser war eine Diskussion in der Schule und auch die Frage: Kann man ohne Fleisch gut essen? Das wollte Sohn herausfinden. In der Schulkantine sei es nicht schwer auf Fleisch zu verzichten, meint Sohn. Das Fleisch dort sei immer "voll eklig". Aber zu Hause wird es spannend, schließlich essen wir jeden Abend warm.

Ich wühle mich also seit dem Wochenende durch diverse Food-Blogs und Kochbücher auf der Suche nach fleischlosen Rezepten. Am Montag gab es Tomatensuppe mit Scampis, gestern indisches Curry mit Tofu. Heute führe ich Sohn in einen syrischen Imbiss bei uns um die Ecke. Dort mache ich ihn mit gegrilltem Halumi bekannt, mal sehen wir er das findet.

Mein Mann macht mit, d. h. er deckt seinen Fleischbedarf tagsüber in der Kantine. Zu Hause regieren Käsebrot und Pizza Margherita.

Sohn ist derweil ganz euphorisch. Gestern Abend, als er nach dem Abendessen satt und zufrieden vor mir saß, meinte er: "Ich möchte auch mal eine Tofu-Wurst probieren. Es gibt ja ganz viel was man statt Fleisch essen kann. Ich glaube, ich bleibe einen Monat Vegetarier. Das macht Spaß."

Ich werde es meinem Mann schonend beibringen. Am besten bei einer richtig guten Currywurst. Natürlich aus Tofu.

Dienstag, 18. März 2014

Freunde

Kinder bescheren einem Freunde. Ja, Freunde, mit "n". Bei Sohn fing es an, als er 4 Monate alt war. Ich habe es zu Hause mit ihm alleine nicht mehr ausgehalten. Niemand in meinem engen Freundeskreis war schwanger oder hatte Kinder, ich war die einzige. Die Folge: Überall war ich mit Sohn alleine. Beim Spazieren gehen, auf dem Spielplatz, auf der Krabbeldecke im Park. Durch Zufall habe ich keine andere Mutter und auch keinen anderen Vater kennengelernt, mit denen ich gern mal zusammen den Kinderwagen geschoben hätte. Auch in den Kursen, die ich damals zum Wohl des Kindes besucht habe (Turnen, Schwimmen etc.), habe ich niemanden "Passenden" gefunden.

In meiner Verzweiflung antwortete ich auf eine Online-Kontaktanzeige auf www.kinder-stadt.de. Diese Seite gibt es heute nicht mehr, aber damals war sie meine Rettung. Ich lernte Anke und über sie Susann kennen, zwei Mütter mit denen ich auch heute noch befreundet bin (inzwischen sind es auch unsere Männer, ein Glück, das kann auch ganz anders gehen…). Es hat sofort gepasst, kein Gerede über selbst gekochten Bio-Brei, den neuesten Pekip-Kurs oder ähnliches. Stattdessen Kuchen, die neueste Ausgabe der GALA und die Gestaltung unseres Wiedereinstiegs in den Job. Hier fühlte ich mich richtig.

Im Kindergarten ging es weiter. Dort traf Sohn u. a. auf die Kinder von Sabine und Simone. Wir sind seitdem befreundet (die Männer auch wieder, hurra). Letztes Wochenende kam Sohn von seinem ersten Ski-Urlaub ohne Eltern zurück. Er war mit Simone und ihrer Familie weggefahren. Im letzten Sommerurlaub waren wir mit Sabine und ihrer Familie unterwegs.

Durch den Kindergarten haben wir auch Marc und Anja kennen gelernt. Unser Sohn hatte Marc auf dem alljährlichen Sommerfest angequatscht. Mein Mann kam hinzu, alles weitere ergab sich … Inzwischen spielen beide Väter in einer Band zusammen.

Eigentlich sollten wir uns bei Sohn mal bedanken. Ohne ihn würden wir viele tolle Menschen gar nicht kennen. Ich glaube, heute Abend koche ich ihm sein Lieblingsessen. Das hat er sich echt verdient.


Montag, 10. März 2014

Kinder kümmern sich

Jetzt fängt es also langsam an. Unsere Eltern werden alt und krank. Auf eine Art und Weise, dass sie plötzlich auf unsere Hilfe angewiesen sind. Wir Kinder kümmern uns also nicht nur um den eigenen Nachwuchs, sondern seit kurzem auch um unsere Eltern. Dieser Rollentausch ist schwierig, stellen wir gerade fest.

Unsere Eltern geben Entscheidungen an uns ab und verhalten sich plötzlich selbst wie Kinder. Sie werden irrational, bockig, weinerlich. Sie können die Folgen ihres Handelns nicht mehr richtig abschätzen. Sie haben Angst Dinge zu tun, die einmal alltäglich waren. Zwischendrin gibt es noch klare Momente und wir haben den Eindruck, den Menschen von früher zu erleben. Das gibt uns kurz - trügerische - Hoffnung. Dann ist dieser Moment auch schon wieder vorbei.

Wir ertappen uns dabei, wie wir uns immer öfter die Frage stellen: Wie wollen wir eigentlich im Alter leben? Schnell sind wir uns einig. Auf keinen Fall alleine, lieber in einer WG. Wir wollen auch im Alter offen sein für Neues und uns nicht in unsere 4-Wände zurück ziehen, in der Hoffnung jemand besucht uns mal. Leicht gesagt, mal sehen wie ich in 30 Jahren darüber denke ...

Donnerstag, 6. März 2014

Urlaub elektronisch

Wir waren im Urlaub, nur fünf Tage, aber zum ersten Mal seit ewigen Zeiten nur zu Dritt. Sohn und Eltern. Keine Freunde, keine weiteren Familienmitglieder. In einer Ferienwohnung, kein Hotel mit Animation oder der Möglichkeit, mal schnell andere Kinder kennen zu lernen. Wir wollten unseren Sohn mal ganz für uns.

Unser Kind war erstaunlich entspannt. Es mag am Wlan in der Wohnung gelegen haben, so konnte Sohn mit Freunden chatten. Und mit seiner neuen Freundin! Jaja, er ist wieder verliebt, wieder ist sie blond und ähnelt vom Typ "Kate Moss". Noch kurz vor Beginn der Hamburger Skiferien hat Sohn alles "dingfest" gemacht und dem Schwarm aus der Parallelklasse seine Zuneigung gestanden. Mit Erfolg, denn seitdem sind sie jetzt offiziell „zusammen“. Selbst wem er noch nicht direkt von seiner neuen Liebe erzählt hat, kann es sich dennoch zusammenreimen: Sein Profilbild auf Whatsapp besteht jetzt nämlich aus ganz vielen Herzchen, um ihren Namen herum platziert. Das hat ihm eine alte Freundin aus der Grundschule gebastelt, ein Freundschaftsdienst sozusagen.

Der Urlaub sieht also so aus: Morgens nach dem Aufstehen schreiben sie sich und abends, ehe er das Licht ausmacht. Gerne auch mal zwischendurch, wenn wir zu Hause sind. Was machst Du gerade? Wo seid ihr? Wie geht’s Dir? Diese wichtigen Fragen werden täglich geklärt. Zwischendurch schaffen wir es immerhin, Sohn an den Strand oder ins Schwimmbad oder in eine Fischbude zu locken. Am liebsten aber chattet er mit seiner Freundin.


Doch damit ist demnächst Schluss. Genauer gesagt morgen. Dann fährt Sohn nämlich für eine Woche auf eine Skihütte nach Österreich. Mit ohne Wlan. Er hat heute schon mal vorsorglich seinen Status geändert: „Ich fahre nach Österreich auf eine Hütte J J, aber ohne Internet L L.“ Nicht, dass sich seine Freundin noch Sorgen macht, weil er sich plötzlich nicht mehr fünfmal am Tag bei ihr meldet ...